Unter den Augen des Verfassungsschutzes

Der NSU-Mord an Halit Yozgat in Kassel.
Mit Bilşat Top und Alexander Kienzle, Nebenklagevertreter der Familie Yozgat im sogenannten NSU-Verfahren in München.

kasselNur zwei Tage nach Mehmet Kubaşik in Dortmund, wurde am 06.04.2006 der 21 jährige Halit Yozgat mit der selben Waffe in seinem Internetcafe in Kassel erschossen. Wie auch in den anderen NSU-Mordfällen wurde daraufhin hauptsächlich im Umfeld und in den Familien der Getöteten ergebnislos ermittelt.

Bereits einen Monat später fanden in Kassel und Dortmund Schweigemärsche und Kundgebungen der Angehörigen der NSU-Opfer statt, mit der klaren Aufforderung, ein 10. Opfer zu verhindern. Daran war klar zu erkennen, dass die Familien der Ermordeten von rechtsradikalen Tätern ausgingen, die aus rassistischen Motiven morden.

Bei der Ermordung Halit Yozgats waren im Gegensatz zu den anderen Tatorten relativ viele Leute anwesend, so hielten sich zur Tatzeit im Internetcafe Achmed A. mit einem Freund auf. Er sagte aus, er habe einen Deutschen Mann mit Plastiktüte gesehen und nachdem dieser aufgestanden sei, einen dumpfen Knall gehört.

Auch anwesend war Andreas Temme. Ein ehemaliger Postbeamter, der nun V-Mann-Führer des hessischen Verfassungsschutzes war und sich regelmäßig in dem Internetcafe in der Holländischen Straße aufhielt. Er will von dem Mord nichts mitbekommen, das Opfer nicht gesehen haben und hat verschwiegen, überhaupt vor Ort gewesen zu sein. Er wurde schon mehrfach beim Prozess in München vorgeladen, ohne jedoch zur Aufklärung beizutragen.

Bilşat Top und Alexander Kienzle gehören zu einem Team von Rechtsanwält_innen, die in München beim sogenannten NSU-Prozess die Familie Yozgat als Nebenkläger_innen vertreten. Sie werden versuchen, zumindest ein wenig Licht ins Dunkel aus nicht vorladen, verschweigen, leugnen, sich nicht erinnern zu bringen. Darüberhinaus  die Rolle eines V-Mann Führers erhellen und uns erläutern, was sie als Aufgaben und Möglichkeiten der Nebenklage beim Prozess in München sehen.

Kann der NSU-Prozess in München zur Aufklärung beitragen und wie erleben die Angehörigen von Halit Yozgat die Entwicklungen um den NSU-Komplex nach mehr als einem Jahr Prozess.

Freitag, 25. Juli 2014
19.00 Uhr
Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 11, 20359 Hamburg

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